Wie Du Aggressionen kontrollieren und abbauen kannst

Wenn die Hutschnur reißt und der Kragen platzt: Was tun bei Aggressionen?

Aggression kennen wir alle – es ist die Folge von Wut und demnach so allgegenwärtig wie die Emotionen Glück, Freude oder Trauer. Doch oft ist es auch die Emotion, mit der wir am meisten zu kämpfen haben, die am meisten Schaden anrichten kann und die wir nicht so leicht verstecken oder kontrollieren können. Doch warum ausgerechnet Wut? Warum fällt es uns so schwer, die eigenen Aggressionen in den Griff zu bekommen?
In diesem Artikel zeigen wir Dir, welche Ursachen aggressives Verhalten hervorrufen und wie Du sie mit Disziplin und Mut gezielt kontrollieren kannst.

Wie entstehen Aggressionen?

Aggressionen und Wut kommen im Alltag nur allzu häufig vor und können durch unterschiedlichste Ursachen hervorgerufen werden. Einer der häufigsten Auslöser gründet auf der eigenen Unzufriedenheit mit sich selbst oder mit der Situation, in der man sich befindet. Demnach entsteht aggressives Verhalten oft im Inneren und wirkt sich dennoch unkontrolliert auf das soziale Umfeld aus.

 

Dabei sollte man sich jedoch bewusstwerden, dass jeder Mensch Aggressionen besitzt und diese auf keinen Fall unterdrückt werden sollten. Emotionen sind absolut natürlich und nichts, wofür man sich schämen müsste. Vielmehr ist es notwendig zu lernen, wie man mit ihnen umgeht, die Wut kontrolliert und das eigene Aggressionsproblem bewältigt. Denn wie auch die Ursache in uns liegt, so haben wir auch die Lösung in der eigenen Hand!

Egal, ob Du deine Wut in Dich "hineinfrisst" oder an anderen auslässt: Sowohl dein Umfeld als auch du leidet unter Aggressionen, die sich unkontrolliert entladen.

 

Welche Arten von Aggressionen gibt es?

Da jeder Mensch individuell ist, ist auch der Umgang mit Aggressionen bei jedem unterschiedlich. Während manche wütend rumtoben und am liebsten alles kurz und klein schlagen wollen, lassen manche ihre Emotionen gar nicht erst aufleben.

Daher unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten von Aggressionen. Der bekannteste Typ ist dabei die heiße Aggression. Diese äußert sich meist in Form von Wutausbrüchen, eskalativem Verhalten und wirkt sich am schnellsten auf das soziale Umfeld aus. Betroffene sind nur schwer zu beruhigen und müssen zunächst „Dampf ablassen“.

Zudem existiert noch ein weiterer bekannter Aggressions-Typ: Die passive Aggression. Hierbei fühlen sich die Emotionsträger oft ungerecht behandelt, sind innerlich aufgewühlt und tragen ihre Konflikte nicht offen aus. Auch das kann die umliegenden sozialen Beziehungen enorm belasten, auch wenn das zuerst nicht erkannt wird.

Beide Aggressionstypen haben gemein, dass sie durch externe Auslöser oder innere Unruhe ausgelöst werden können. Daher sind eine gesunde Work-Life Balance sowie ein begleitetes Coaching gute Ansätze, um das Problem in den Griff zu bekommen.

 

Auswirkungen von Aggressionen auf das Privatleben

Viele Teilnehmende üben in ihrem Berufsleben eine höhere Position aus und tragen demnach viel Verantwortung. Nicht selten baut sich über die Zeit dadurch ein enormer Druck auf. Die Folge: Irgendwann entsteht ein Überdruck, welcher konsequent wieder abgebaut werden muss. Je nach Charaktertyp kommt es an dieser Stelle beispielsweise zu passiver oder heißer Aggressivität. Diese wirkt sich dann entweder bei wichtigen Kunden, bei der vorgesetzten Führungskraft oder gar auf die eigene Familie aus. Dadurch werden oft Dinge gesagt oder getan, welche im Nachhinein bereut und sowohl Körper als auch Geist können belastet werden. In letzter Konsequenz können innere Aggressionen demnach das Sozialleben, die eigene Psyche oder gar die eigene Gesundheit beeinflussen.

Tipps, um Aggressionen langfristig in den Griff zu bekommen

Zum Abbau von Aggressionen und Wut gibt es zahlreiche Ansätze und Methoden, welche je nach Persönlichkeitstyp unterschiedlich gut funktionieren können. Alle Behandlungsweisen haben allerdings miteinander gemeinsam, dass sie die aufgestauten Emotionen gezielt rauslassen, anstatt sie zu unterdrücken. Natürlich bleibt dabei strikt zu betonen, dass man sich selbst, den Mitmenschen sowie Lebewesen und Gegenständen in der Nähe keinen Schaden zufügen sollte.

Was kannst Du also nun tun, um die Wut zu kanalisieren und Deine Beschwerden zu mildern? In jedem Fall ist es notwendig, ein geeignetes Ventil zu finden, dass Deinen inneren Druck lösen kann. Ein solches Ventil kann natürlich, je nach Situation und Charakter, unterschiedlich aussehen – hier ein paar Beispiele und Ausgleichsmöglichkeiten:

Was du tun kannst, um Aggression loszuwerden - auch kurzfristig:

Sportlicher Ausgleich

Sport ist ganz klar die #1 Methode, um überschüssige Energie abzubauen. Insbesondere der Kampfsport kann bei Betroffenen wahre Wunder bewirken, doch dazu gleich mehr.

Entspannungstechniken

Insbesondere bei innerer Unruhe können progressive Muskelrelaxationen, Meditationen oder autogenes Training die Achtsamkeit fördern und dabei helfen, insbesondere den ‚Alltagsstress‘ zu bewältigen.

Sich oder andere ablenken

Die Wut staut sich auf und Du hast gerade keine andere Möglichkeit Dir Ausgleich zu verschaffen? Dann versuch es doch mit einem Raumwechsel oder ändere das Gesprächsthema.

Das hier hilft dir, um die Entstehung von Aggression zu reduzieren:

Fokuswechsel

Ändere den Fokus in Deinem Leben. Lenke Deine eigene Aufmerksamkeit um. Halte Dich nicht zu sehr mit negativen Gedanken auf und konzentriere Dich auf etwas Positives oder Neutrales. Positive Gedanken und Gelassenheit lassen sich üben!

Ursachen erforschen & klären

Finde heraus, woher die Aggressionen kommen. Was erregt Dich so stark? Was führt zu dieser intensiven Emotion? Deine Persönlichkeit, Charakter und Deine Art zu Denken haben einen sehr großen Einfluss auf Aggressionen und ihre Entstehung - sich selbst besser zu kennen führt Dich zu dem Punkt der Entstehung von Aggression. Wer sich besser kennt, kann sich selbst besser steuern.

Psychologische Hilfe

In seltenen Fällen benötigt man professionelle Hilfe, um das eigene Aggressionsproblem in den Griff zu bekommen. Zwar können die Methoden des systemischen Sportcoachings proaktiv unterstützen, jedoch sollte man in schwerwiegenden Fällen eine Therapie in Erwägung ziehen.

Zwei Verwandte: Aggression und Depression

Wusstest Du, dass in vielen psychologischen Konzepten Aggression und Depression die Enden der selben Skala sind? In beiden Fällen geht es oft um Akzeptanz und Verständnis von sich selbst und darum, seine Stärken so einzusetzen, dass sie hilfreich sein.
 
 

"Es ist ok, wenn Männern weinen und Gefühle haben". Das ist ein Credo, dass wir seit einigen Jahren hören und leben.

Genauso ok ist es aber auch, wenn wir Aggressionen haben. Aggression ist eines der ältesten Gefühle, sie schützt uns vor Gefahren und ist Antrieb für Veränderung und Entwicklung! Wer zu seiner Aggression steht, kann sie akzeptieren und die Kraft der Aggression sinnvoll einsetzen."

Aggressionsbewältigung: Mut statt Wut

Wie bereits zu Beginn geschrieben, begleiten uns Aggressionen alltäglich und oft auch ein Leben lang. Daher ist es wichtig zu betonen, dass die angebotenen Methoden oft nur mit der Bereitschaft zur Veränderung zu langfristigem Erfolg führen können. Man kann niemanden dazu zwingen sich zu verändern.

Mut, Bereitschaft sowie Disziplin und Durchhaltevermögen sind dabei die Schlüsselkompetenzen, die durch das systemische Boxcoaching konsequent gefördert und weiterentwickelt werden.

 

Warum eignet sich insbesondere Kampfsport, um Aggressionen abzubauen?

1. Beim Kampfsport wird eine kontrollierte Atmung benötigt

Mithilfe einer kontrollierten Atmung lernt man gleich von Grund auf, besser mit seinem Körper in Einklang zu kommen. Die richtige Atemmethode hat darüber hinaus noch viele weitere Vorteile. Beispielsweise vergrößert sie zum einen das eigene Lungenvolumen und verbessert zum anderen die Durchblutung des gesamten Körpers.

Zusätzlich senkt kontrolliertes und bewusstes Atmen den Blutdruck. Dabei kannst Du lernen, wie Du die kontrollierte Atmung nicht nur beim Kampfsport ausübst, sondern diese auch in Deinen Alltag integrierst. Dadurch wirst Du automatisch feststellen, wie sich Deine Atmung in unangenehmen Stresssituationen anpasst und Du effektiver mit Deinen Aggressionen umgehst.

2. Überschüssige Energie wird abgebaut

Wie schon beschrieben, bedeutet Aggression gleichzeitig auch ein Energieüberschuss, welcher oftmals nicht die Möglichkeit hat, sich abzubauen. Bei alternativen Aggressionsübungen wie der Meditation, wird der Überfluss nicht bewältigt, sondern lediglich umgeleitet. Zudem sorgt Kampfsport nicht für sinnlosen und gewalttätigen Energieabbau, sondern fördert die Konzentration und den Fokus, wie und warum Du Energie ablassen solltest.

Es nützt nichts, fünf Mal mit aller Gewalt gegen einen Boxsack oder ähnliches zu treten, wenn dabei im schlimmsten Fall auch noch der eigene Körper beschädigt wird. Vielmehr geht es darum, Kontrolle über den eigenen Körper und die eigene Aggression zu erlangen.

3. Die eigenen Grenzen kennenlernen

Durch Sport lernst du oftmals in kurzer Zeit Deine eigenen Grenzen kennen. Das kann sowohl frustrierend als auch aufbauend sein. Die eigene Einstellung spielt hierbei eine enorm große Rolle. Dabei kannst Du gezielt lernen, Rückschläge in Kauf zu nehmen und Dich nicht so einfach aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

4. Absolute Konzentration und Regulierung der Energie

Boxen ist zwar ein Einzelsport, jedoch arbeitet man auch hier mit Mitmenschen zusammen. Dein Gegenüber verstehen, auf ihn eingehen und sich anzupassen, sind elementare Bestandteile des Kampfsports. Daher ist es auch von enormer Bedeutung, die Sparring-Partner nicht zu verletzten und die eigene Energie gezielt einzusetzen.

Mit Konzentration, Mut und Disziplin lernst Du somit, Energie zu kontrollieren und folglich auch Deine Aggressionen zu bewältigen – im Sport und im Alltag.

Aggressionen bei Kindern

Besondere Sorgfalt ist bei aggressivem Verhalten im Kindesalter geboten. Bei Kindern und Teenagern sind die Gründe für Aggressionen oft vielfältig und nur schwer ergründbar. Ursachen können beispielsweise Verunsicherung, Überforderung oder ein Mangel an Aufmerksamkeit sein.

Oft liegen die zugrundeliegenden Einflüsse innerhalb der Familie oder im direkten sozialen Umfeld. Daher ist es zwingend notwendig, das Kind nicht allein mit dem Problem zu lassen, sondern dies gemeinsam im sozialen Kontext anzugehen.

In unserem speziellen Seminar für Familien , werden solche familiären Konflikte offen angesprochen und thematisiert. Darüber hinaus helfen die sportlichen Elemente dabei, gegenseitige Spannungsfelder zu lösen und die eigenen Emotionen besser zu kontrollieren. Dadurch können nicht nur der Umgang mit kindlichen Aggressionen geübt, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen verbessert werden.

Aggressionen abbauen bei Kindern

Wie kann man mit uns zusammenarbeiten?

Jede Situation ist individuell, weshalb wir mit jedem Teilnehmenden zuerst ein Gespräch führen, um festzustellen, wo genau die Schwierigkeiten und Blockaden am größten sind. Darüber hinaus arbeiten wir konkrete Ziele aus und verwenden maßgeschneiderte Methoden, um den größtmöglichen Erfolg herbei zu rufen.

Interessiert? Dann kontaktiere uns ganz bequem per Mail, Kontaktformular oder ruf uns an und stell unverbindlich eine Anfrage. Gemeinsam können wir Dir helfen, Deine Aggressionen zu kontrollieren und Deine innere Ruhe zu stärken.