Sei mutig HR – sysSport bei der HR Factory
17. August 2019

Beispiel aus unserer Arbeit: Umgang mit eigener Aggression - Gelassenheit lernen und Impulse kontrollieren

 

Beleidigungen und Provokation - Wut und Zorn - und letztendlich Aggression; auch in Form von Gewalt.

Ein Teil unserer Kunden kennt diesen Kreislauf. Man wird durch andere gereizt. Das erzeugt fast unbeherrschbare Gefühle und immer wieder zeigen sie sich durch Aggressionen. Dabei ist der Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen nicht sehr groß. Aggressionen entladen sich in gewalttätigem Verhalten. Dieses reicht von Beleidigungen, psychischer Gewalt an Partner und Kollegen und auch körperlichen Auseinandersetzungen. 

Vor einigen Tagen war genau dieser Kreislauf Thema in einem Halbtagesworkshop mit 4 Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren. Im Vorfeld wurden sie als aggressiv und problematisch beschrieben. Immer wieder sind sie in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt.

Jeder von ihnen konnte das Problem ganz gut aus eigenen Erfahrungen beschreiben. Jemand auf dem Schulhof oder auf dem Sportplatz  macht blöde Sprüche, bis es einem reicht und man zurückschlägt. Manchmal verbal - oft auch körperlich.

Aggression als solche muss nicht unbedingt schlecht sein. In Wikipedia wird Aggression beschrieben als ein Verhaltensmuster zur Verteidigung, zur Gewinnung von Ressourcen oder zur Bewältigung von potenziell gefährlichen Situationen. Das ist erstmal wertfrei. 

Und darin liegt auch die Kraft der eigenen Entwicklung: Nicht die Aggression als solche ist das Problem. Der Knackpunkt ist die Entscheidung: Wann muss ich mich verteidigen und was bewerte ich als gefährliche Situation?

Aggression hat positive Aspekte: Hohe Energie, Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen. In unserer Entwicklung müssen wir lernen, wie und wann sich Aggression ausdrücken und einsetzen lässt und welche Form geeignet ist. 

Beim Boxen ist es ähnlich. Wenn ein Boxer auf jede Bedrohung sofort mit Gegenschlägen reagiert, wird er scheitern. Der Boxer hat verschiedene Möglichkeiten auf Angriffe zu reagieren: Gegenschlag als Konter, Ausweichen, die Treffer mit einer guten und kompakten Deckung zu absorbieren oder zu versuchen, dem Angriff mit einem schnelleren Angriff zuvor zukommen.  Um die richtige Reaktion zu wählen, benötigt man beim Boxen einen kühlen Kopf, eine gute Beobachtung des Gegenüber und die Fähigkeit, die Situation zu bewerten. Und man muss eigenes Können einschätzen und einsetzen können. Nicht der schnelle Treffer steht im Vordergrund, sondern Sieg und Gewinn des gesamten Wettkampfs

Gelassenheit lernen, Impulse kontrollieren

Blinde Wut oder Zorn helfen beim Boxen sehr wenig. Gelassenheit und eine gute Impulskontrolle sind der Schlüssel, richtiges Verhalten auf die richtigen Reize zu zeigen. Beides lässt sich lernen.

Genau hier setzt  Systemisches Boxcoaching (sysbox) an. Sportlich üben wir mit den Jugendlichen, wie sie ihren ersten Impuls zum Zurückschlagen kontrollieren können. Wir üben beobachten und bewerten. Und Gelassenheit in den Partnerübungen. Auch arbeiten wir heraus, welche Reaktionen sinnvoll und zielführend sind.

Ausnahmslos zeigen sich die Jugendlichen dabei konzentriert, fokussiert und sehr bemüht, die Aufgaben zu meistern und die Herausforderung anzunehmen. Sie lernen körperlich die Vorteile einer guten Impulskontrolle und die Vorzüge von Gelassenheit statt blindem Aktionismus kennen. 

Im nächsten Schritt übertragen wir diese Erfahrungen auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen. Wir sprechen über Angriffe und Provokationen in ihrem Alltag und über geeignete und nicht geeignete Reaktionen. Es ist erstaunlich, wie klar die Jugendlichen ihre Situation einschätzen und wie bewusst sie sich der Folgen sind, die ihr gewalttätiges Verhalten nach sich ziehen kann.  

Mit der körperlichen und sportlichen Erfahrung im Hinterkopf erarbeiten wir dann alternative Reaktionen auf Alltagssituationen:  In konkreten Aufgaben sollen diese bis zur nächsten Coaching-Einheit geübt werden. 

Die Arbeit ist sehr intensiv: Körperlich und auch für den Kopf. Eine Konfrontation mit dem eigenen Verhalten und der eigenen Persönlichkeit berührt Teilnehmer und Coaches gleichermaßen. Die Gewissheit, neue Erfahrungen gesammelt und Impulse zur Entwicklung bekommen zu haben, lohnt jedoch jede Anstrengung.

Boxcoaching für Jugendliche

 

Ob als kurzer Impuls im Rahmen einer Sportstunde oder als längerfristige Einzelbegleitung:

Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Unser sysbox-Konzept für Erwachsene bieten wir in angepasster Form auch für Jugendliche an. Unter dem Namen out-of-the-BOXCOACHING gestalten wir Lern- und Entwicklungsmaßnahmen für die Zielgruppe ab 11 Jahre. Von niederschwelligen Einstiegsangeboten bis hin zur längerfristigen Begleitung sind verschiedene Formen des Coachings möglich.

 

 

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Der Bedarf an Begleitmaßnahmen ist hoch. Wir sind unseren Kindern und Jugendlichen qualitativ hochwertige Bildungsmaßnahmen schuldig. Doch diese haben ihren Preis.

Doch wie so oft im sozialen Bereich: Die Mittel sind knapp. 

 

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